Zusammenhalt durch Teilhabe - Programm für demokratisches Handeln und gegen Extremismus

BBE: Empfehlungen für eine nachhaltige Engagementpolitik in ländlichen Räumen

Screeenshot BBE-Papier
BBE-Papier: Engagementförderung und Demokratiestärkung in ländlichen Regionen stärken


Gesellschaftliche Veränderungen stellen ländliche Regionen vor große Herausforderungen – vom demografischen Wandel über Digitalisierung bis zu Klimaanpassung, demokratischer Teilhabe und rechtsextremistischer Demokratiegefährdung. Zugleich wächst das Bewusstsein, dass diese Transformationen nur mit einer starken, handlungsfähigen Zivilgesellschaft gelingen können. Freiwilliges Engagement ist dabei kein ‚Nice-to-have‘, sondern ein Pfeiler zukunftsfähiger Daseinsvorsorge und demokratischer Kultur.

Die ländlichen Räume Deutschlands sind Orte großer Gestaltungskraft und gesellschaftlicher Innovation. Hier entstehen regionale Lösungen für die Herausforderungen unserer Zeit. Menschen in ländlichen Räumen übernehmen Verantwortung, knüpfen Netzwerke und schaffen neue Formen des Zusammenlebens. Eine moderne Engagementpolitik muss die Potenziale erkennen, fördern und absichern. Sie sollte auf die spezifischen Bedingungen ländlicher Räume eingehen, unterschiedliche Engagementformen berücksichtigen und Freiräume schaffen, in denen Zivilgesellschaft unabhängig, kollaborativ und wirksam arbeiten kann. Denn gerade in ländlichen Räumen, die oft von Ressourcenknappheit geprägt sind, spielen zivilgesellschaftliche Organisationen eine besonders wichtige Rolle für den gesellschaftlichen Zusammenhalt vor Ort.

Dabei gilt: Engagementförderung ist als eine zentrale Voraussetzung für demokratische Stabilität und gesellschaftlichen Zusammenhalt anzuerkennen und darf nicht von der öffentlichen Haushaltslage abhängen. In der Diskussion zur Engagementförderung auf Bundes- und EU-Ebene werden die spezifischen Bedingungen in ländlichen Räumen bisher zu wenig berücksichtigt. Engagementpolitik muss als Querschnittsaufgabe verstanden werden, die alle Ebenen – Kommunen, Länder, Bund und Europa – einbindet. Ziel ist es, die Potenziale des Engagements für gesellschaftliche Transformation systematisch zu nutzen und die Zivilgesellschaft als gleichberechtigten Partner staatlichen Handelns zu stärken. Nur durch verlässliche Strukturen, langfristige Förderung und politische Anerkennung kann Engagement in ländlichen Räumen seine volle gesellschaftliche Wirkung entfalten.

Die Empfehlungen entstanden auf Basis der Kooperations-Veranstaltung „Real Talk. Wie steht’s um Engagement im ländlichen Raum?“ mit der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen am 7. Mai 2025, unter Beteiligung zahlreicher weiterer zivilgesellschaftlicher Organisationen.

Das Papier steht hier zum Download zur Verfügung.