Workshop „Mitbestimmung in der DLRG-Jugend Bayern“

Demokratie in DLRG-Jugend

Zielgruppe

  • Ehrenamtliche auf Orts-/Kreis-/Bezirks- oder Landesebene
  • Jugendliche zwischen 14 und 26 Jahren
  • potentielle oder neugewählte Vorstandsmitglieder auf Orts-/Kreis-/Bezirks- oder Landesebene
  • Präsenz: max. 16-20 Teilnehmende; digital: max. 20-25 Teilnehmende
Der Workshop richtet sich in erster Linie an diejenigen Mitglieder innerhalb des Verbandes, die sich vorstellen können eine Position in der Gremienarbeit zu übernehmen. Es werden ebenfalls jene angesprochen, die sich für Beteiligungsprozesse im Verband interessieren oder sich selbst bei Verbandsentscheidungen beteiligen möchten. Aufgrund der zielgruppen- und bedarfsorientierten Gestaltung des Workshops ergeben sich unterschiedliche mögliche inhaltliche Schwerpunktsetzungen. Beispielsweise können Vorstände der verschiedenen Ebenen mit dem Workshop bei der Nachwuchssuche oder aber auch neugewählte Vorstandsmitglieder beim Einstieg in die neue Rolle unterstützt werden.

Beteiligte Akteur/-innen

  • ehrenamtliche Demokratieberater*innen
  • hauptberufliches Projektteam
  • Zielgruppe des Workshops
  • Teilnehmende des Workshops

Kurzbeschreibung

Bei der hier vorgestellten Maßnahme handelt es sich um einen Workshop zu Demokratie und Partizipation im Verband. Es geht inhaltlich um das Aufzeigen von verbandsspezifischen Strukturen, demokratischen Prozessen sowie vorhandenen Beteiligungsmöglichkeiten. Weiter soll eine Transparenzförderung hinsichtlich Gremien- und Vorstandsarbeit stattfinden sowie die Erarbeitung von informellen Mitbestimmungsmöglichkeiten. Damit sind Formen von Partizipation gemeint, die allen Mitgliedern offenstehen, ohne selbst im Vorstand tätig zu sein
Der Workshop ist für 4-6 Stunden angelegt und kann sowohl in Präsenz als auch digital durchgeführt werden. Er kann von Mitgliedern direkt beim Projekt angefragt und er wird vom hauptberuflichen Projektteam proaktiv angeboten. Die Durchführung soll perspektivisch durch die ausgebildeten Demokratieberater/-innen erfolgen. Sie stehen im direkten Kontakt mit den Mitgliedern (z.B. in ihren eigenen Ortsverbänden), haben Erfahrungen in den Abläufen vor Ort und sind als Ansprechpartner/-innen für Demokratie im Verband aktiv. Dies bietet sich auch deshalb an, da Vorstandsmitglieder unterschiedlicher Ebenen in der DLRG-Jugend Bayern als Demokratieberater/-innen ausgebildet werden konnten und hier sowohl Ressourcen als auch Synergieeffekte genutzt werden können.
Das Konzept und der Ablauf des Workshops ist so gestaltet, dass es ausreichend Handlungs- und Gestaltungsspielraum für die Demokratieberater/-innen bietet, um deren Motivation zu erhöhen. Es gibt einige Materialien von Seiten den Projektteams, auf die die Demokratieberater/-innen zurückgreifen können, um den Workshop interaktiv und abwechslungsreich zu gestalten. Diese zur Verfügung gestellten Materialien können, müssen aber nicht genutzt werden. So haben die Demokratieberater/-innen Spielraum in der Gestaltung und richten sich inhaltlich an das Konzept sowie die Absprachen mit der Zielgruppe.
Der Workshop wird vor jeder Durchführung zielgruppengerecht gestaltet (inhaltlich, methodisch) und auf der Basis des letzten Feedbacks überarbeitet. Auch können auf diese Weise aktuelle Themen mit einbezogen werden. Das Projektteam unterstützt die Demokratieberater/-innen bei der Vorbereitung des Workshops.

Kontext

  • Ehrenamt
  • Verbandsstrukturen
  • Jugendverband einer Wasserrettungsorganisation
  • außerschulische Jugendbildung
  • Workshop-Format (digital oder Präsenz möglich) für ca. 4-6 Stunden
  • Transparenz- und Beteiligungsförderung
  • Nachwuchsgewinnung /-begleitung für die Gremienarbeit

In Vereinen und Verbänden mit entsprechender Gremienstruktur werden in regelmäßigen Abständen Vorstände gewählt. Eine hierbei relevante Charakteristika der Jugendverbandsarbeit ist der altersbedingte Wechsel von Funktionsträger/-innen in den Erwachsenenverband. Gerade bei ehrenamtlich organisierten Verbänden können weitere Gründe, wie schulische, berufliche oder private Umstände, dazu führen, dass Verbandsmitglieder Bedenken haben eine Funktion zu übernehmen oder ihren Vorstandsposten aufgeben. Dennoch ist es für den Verbandsalltag, Entscheidungsfindungsprozesse und nicht zuletzt für den Fortbestand des Vereins wichtig, sich dem Thema der Nachwuchsgewinnung für Leitungspositionen zu widmen.
Im Jahr 2019 wurde im Rahmen der Projektevaluation in einer Masterarbeit eine bayernweite Umfrage in der DLRG-Jugend Bayern durchgeführt. Ein Ergebnis hierbei war, dass jede/-r vierte die Aufgabe von Jugendvorständen nicht kennt. Knapp die Hälfte der Befragten ohne Leitungsverantwortung konnten sich zum Zeitpunkt der Umfrage vorstellen in einem Jugendvorstand mitzuarbeiten. Der Workshop soll unter anderem dazu dienen, diese Diskrepanz auszugleichen. Durch Wissensvermittlung und das transparente Offenlegen von Beteiligungsmöglichkeiten kann insbesondere die Nachwuchsgewinnung im Verband unterstützt werden.

Ziele

Mehrwert für den Verein

  • Angebot mit inhaltlicher Thematisierung von Demokratiestärkung und Beteiligungsmöglichkeiten im Verband
  • Nachwuchsgewinnung für relevante Entscheidungsträger/-innen
  • Transparenzförderung im Bereich verbandliche Demokratie und Partizipation
  • Kontakt und Vernetzung zwischen den Ebenen des Verbandes
  • Bekanntheitsgrad erhöhen
  • Motivation und Schaffung neuer Einsatzmöglichkeiten für Demokratieberater/-innen

Zeitlicher Rahmen für die Umsetzung

  • Ehrenamt
  • Verbandsstrukturen
  • Jugendverband einer Wasserrettungsorganisation
  • außerschulische Jugendbildung
  • Workshop-Format (digital oder Präsenz möglich) für ca. 4-6 Stunden
  • Transparenz- und Beteiligungsförderung
  • Nachwuchsgewinnung /-begleitung für die Gremienarbeit

In Vereinen und Verbänden mit entsprechender Gremienstruktur werden in regelmäßigen Abständen Vorstände gewählt. Eine hierbei relevante Charakteristika der Jugendverbandsarbeit ist der altersbedingte Wechsel von Funktionsträger/-innen in den Erwachsenenverband. Gerade bei ehrenamtlich organisierten Verbänden können weitere Gründe, wie schulische, berufliche oder private Umstände, dazu führen, dass Verbandsmitglieder Bedenken haben eine Funktion zu übernehmen oder ihren Vorstandsposten aufgeben. Dennoch ist es für den Verbandsalltag, Entscheidungsfindungsprozesse und nicht zuletzt für den Fortbestand des Vereins wichtig, sich dem Thema der Nachwuchsgewinnung für Leitungspositionen zu widmen.
Im Jahr 2019 wurde im Rahmen der Projektevaluation in einer Masterarbeit eine bayernweite Umfrage in der DLRG-Jugend Bayern durchgeführt. Ein Ergebnis hierbei war, dass jede/-r vierte die Aufgabe von Jugendvorständen nicht kennt. Knapp die Hälfte der Befragten ohne Leitungsverantwortung konnten sich zum Zeitpunkt der Umfrage vorstellen in einem Jugendvorstand mitzuarbeiten. Der Workshop soll unter anderem dazu dienen, diese Diskrepanz auszugleichen. Durch Wissensvermittlung und das transparente Offenlegen von Beteiligungsmöglichkeiten kann insbesondere die Nachwuchsgewinnung im Verband unterstützt werden.
Demokratie in DLRG-Jugend - Workshop

Arbeitsschritte / Wie funktioniert das Format?

Anfragenbearbeitung und Abstimmung

Sobald eine Anfrage für den Mitbestimmungs-Workshop beim Projektteam eingeht, werden erste Absprachen getroffen und die Rahmenbedingungen geklärt. Sowohl mit der anfragenden Person bzw. Gruppe als auch mit den Demokratieberater*innen, die den Workshop durchführen.
Rahmenbedingungen und Abstimmung mit anfragender Person / GruppeEs werden mögliche Termine abgefragt, Informationen zur Zielgruppe eingeholt (z.B. Anzahl Teilnehmende, Alter, Funktionen) und die Erwartungen abgeklärt sowie der Grund für die Anfrage geklärt. In diesem Zug werden die Inhalte und Themen abgestimmt, die von Interesse sind und die Rahmenbedingungen geklärt (Präsenz/online; Räumlichkeiten, etc.).
  • Abstimmung mit den Demokratieberater/-innenZunächst werden Demokratieberater*innen vom Projektteam gesucht, die den Workshop durchführen möchten. Sobald mind. zwei Personen gefunden wurden, werden dieselben Absprachen zu den Rahmenbedingungen getroffen. Um den Demokratieberater*innen einen Einblick zu ermöglichen werden die eingeholten Informationen zu der Zielgruppe und den abgesprochenen Themen direkt weitergegeben.
  • Planungs- und Vorbereitungsphase

    • Besprechung zur Workshop-GestaltungDas Projektteam und die Demokratieberater/-innen besprechen in einem ersten Termin die vorgesehenen Inhalte und den Ablauf. Das Projektteam gibt hier noch einmal alle notwendigen Informationen, die von der anfragenden Person bzw. Gruppe eingeholt wurden. Erste Ideen zur Methodenauswahl und Didaktik wurden gesammelt. Hierbei wird sehr darauf geachtet, ob diese für die Zielgruppe und die Erwartungen geeignet sind. Am Ende des Termins sollten die Themen, der Ablauf und die Aufgabenteilung feststehen.
    • Unterstützung seitens des ProjektteamsDas Projektteam wirkt unterstützend, beispielsweise mit der Vorstellung der bereits bestehenden Materialsammlung und der Bereitstellung von Vorlagen oder Infomaterial. Hinweis: Ein wesentlicher Aspekt der Qualitätssicherung ist auch die regelmäßige Überarbeitung der bestehenden Materialien auf der Basis des letzten Feedbacks. Dies kann in Zusammenarbeit mit den Demokratieberater/-innen erfolgen oder, sollten sie z.B. zeitlich eingeschränkt sein, durch das Projektteam selbst.
    • Methodenauswahl und MaterialfertigstellungDie Demokratieberater/-innen haben den Gestaltungsspielraum über die didaktische Vorgehensweise und konkrete Ausarbeitung der Inhalte. Das Projektteam kann auch dahingehend unterstützen, indem es Materialien (z.B. Präsentationen, Handouts, etc.) nach den Wünschen der Demokratieberater/-innen erstellt, insofern dies gewünscht wird.
    • letzte AbsprachenSobald die Planung und Vorbereitung abgeschlossen ist, wird in einem weiteren Termin mit den Demokratieberater/-innen der konkrete zeitliche und inhaltliche Ablauf noch einmal besprochen. Ebenso sollten noch einmal finale Absprachen mit der anfragenden Person bzw. Gruppe getroffen werden sowie eine weitere Erwartungsabklärung auf Basis des geplanten Vorgehens. Gegebenenfalls kommt es zu einer weiteren Überarbeitungsphase.

    Durchführung und Evaluation

    • Durchführung des Workshops
      Zu Beginn des Workshops ist eine kurze Projektvorstellung angedacht, die entweder durch das Projektteam oder auch durch die Demokratieberater*innen vorgenommen wird. Während der Durchführung soll ein Austausch stattfinden und auf die Teilnehmenden eingegangen werden. Es empfiehlt sich die erarbeiteten Ergebnisse zu dokumentieren, sodass später daran weitergearbeitet werden kann.
    • Evaluation und FeedbackAm Ende des Workshops werden Feedback-Bögen an die Teilnehmenden verteilt, die vom Projektteam ausgewertet werden. Es wird ein Feedback-Gespräch mit den Demokratieberater*innen vereinbart, um sowohl die Rückmeldungen der Teilnehmenden als auch die Eindrücke der Referent*innen zu besprechen. Das Projektteam dokumentiert die Ergebnisse des Feedback-Gesprächs.
    • Überarbeitungsschleife zur QualitätssicherungDie Ergebnisse des Feedback-Gesprächs und der Auswertungsbögen bilden die Grundlage für die regelmäßige Überarbeitungsschleife des Workshops. Die Materialien, Inhalte, etc. werden entsprechend angepasst – je nach Absprache in Zusammenarbeit mit den Demokratieberater*innen oder vom Projektteam selbst.

    Herausforderungen / Worauf ist zu achten?

    Etablierung des Angebots

    Der Workshop sollte nicht nur auf Anfrage, sondern auch proaktiv angeboten werden. Es hat sich als hilfreich erwiesen, diesen mindestens einmal explizit für die Demokratieberater/-innen anzubieten. So konnten sie vorab einen Einblick in den Workshop bekommen, bevor sie ihn später selbst durchführen.

    Zielgruppenorientierung

    Bei jeder Durchführung sollte darauf geachtet werden den Workshop sowohl inhaltlich als auch methodisch an die Zielgruppe und deren Bedarfe anzupassen. Zeitlich sollte daher auch immer Absprachen mit den Teilnehmenden und eine eventuell notwendige Überarbeitungsschleife einkalkuliert werden.

    Unterstützung der Demokratieberater/-innen

    Das Projektteam sollte den Demokratieberater/-innen einerseits organisatorische Unterstützung bieten, wie z.B. Terminvereinbarung, Räumlichkeiten und Materialien. Andererseits kann auch eine fachliche Unterstützung notwendig sein. Beispielsweise wenn es um didaktische Fragen geht, wie beispielsweise „trockene“ Inhalte (Satzung, Verbandsstruktur) interessant aufzubereiten und interaktiv zu gestalten.
    Eine Materialsammlung auf die die Demokratieberater/-innen zurückgreifen können hat sich hier als hilfreich erwiesen, insbesondere wenn knappe zeitliche Ressourcen bei Ehrenamtlichen vorhanden waren.

    Weiterführende Prozessbegleitung

    Je nach Grund für die Workshop-Anfrage kann es sinnvoll sein die Teilnehmenden in einem weiteren Prozess nach der Veranstaltung zu begleiten. Haben z.B. Mitglieder teilgenommen, die Interesse an der Übernahme von Vorstandsarbeit haben, können diese auf ihrem Weg zur Wahl unterstützt und mit weiteren Angeboten, wie einer Beratung, versorgt werden.

    Erfahrungen aus der ZdT Praxis

    Anmerkung der Projektleitung, Désirée Haack (17.01.2022):

    „Der Mitbestimmungs-Workshop ist für uns als Projekt in mehreren Hinsichten eine Chance. Aufgrund der Corona-Pandemie wollten wir ein digitales Angebot schaffen, um den Wegfall vieler Präsenzveranstaltungen auszugleichen. Inhaltlich verbanden wir aktuelle und wiederkehrende Themen des Verbandes mit den Ergebnissen der Mitgliederbefragung im Rahmen der Masterarbeit und den Programmzielen des Bundesprogramms „Zusammenhalt durch Teilhabe“. Wichtige Themen des Verbandes werden in die Breite getragen und mit einem niedrigschwelligen Angebot auf allen Ebenen bearbeitet. Wir eröffnen den Demokratieberater/-innen ein neues Tätigkeitsfeld und ermöglichen damit mehr Abwechslung und Flexibilität in ihrem Ehrenamt. Mittlerweile wurde der Workshop von einem Jugendvorstand eines Ortsverbandes angefragt und wir erhalten immer öfter positive Rückmeldungen zu dem Angebot. Wir freuen uns sehr darüber, dass dieses Angebot von unseren Mitgliedern, aber vor allem auch von unseren Demokratieberater/-innen, angenommen wird.“

    Kontakt

    DLRG-Jugend Bayern
    Ansprechpartnerin „Alle ins Boot“:
    Désirée Haack
    Mail: alleinsboot@bayern.dlrg-jugend.de