Lebendige Bibliothek
Zielgruppen
Zielgruppen
...Haupt- und Ehrenamtliche
- der Jugend- und Erwachsenenbildung
- der Stadtteilarbeit
- der Arbeit mit Geflüchteten
- Aktive im Generationendialog
- Offen für alle Zielgruppen
Das Format eignet sich durch den niedrigschwelligen Ansatz besonders für Menschen, die sich durch klassische Seminarformate nicht angesprochen fühlen.
Kontext
- Veranstaltungen aus der Jugend- und Erwachsenenbildung
- Jugendcamps
- Vereinsfeste
- Stadtfeste
- Museumsarbeit
Auch bei bereits bestehenden Veranstaltungen kann die Lebendige Bibliothek eingereiht werden.
Kurzbeschreibung
Das Format der Lebendigen Bibliothek funktioniert wie eine echte Bibliothek: In einer Tages- oder Halbtagesveranstaltung stellen sich Menschen mit ihren Lebensgeschichten als "Bücher" zur Verfügung. Die Gäste der Veranstaltung – die "Leser/-innen" – können sich die "Lebendigen Bücher" für etwa 20-30 Minuten entleihen. Die "Bücher" werden auf ihren Einsatz in der Lebendigen Bibliothek intensiv vorbereitet und auch während der Veranstaltung betreut. Ein Team von Helfenden sorgt für einen reibungslosen Ablauf.
Das biografische Lernen ist einer der zentralen Ansätze. Die Arbeit mit Lebensgeschichten und das Lernen über Geschichte anhand konkreter Biografien bedeutet auch die Beschäftigung mit sich selbst. Es geht nicht darum, dass die "Bücher" fertige Geschichten mitbringen. Die Lebendige Bibliothek nimmt auch die "Leser" in die Pflicht, den Dialog mitzugestalten. Dennoch behalten die "Bücher" die Hoheit über ihre Geschichten, setzen Grenzen, indem sie Fragen offenlassen, wenn es zu persönlich wird. Gerade lokale Dialogprojekte wie eine Lebendige Bibliothek bieten die Möglichkeit, auch Lebensgeschichten und Erfahrungen einzubeziehen, die im öffentlichen Erinnern weniger präsent sind.
Das biografische Lernen ist einer der zentralen Ansätze. Die Arbeit mit Lebensgeschichten und das Lernen über Geschichte anhand konkreter Biografien bedeutet auch die Beschäftigung mit sich selbst. Es geht nicht darum, dass die "Bücher" fertige Geschichten mitbringen. Die Lebendige Bibliothek nimmt auch die "Leser" in die Pflicht, den Dialog mitzugestalten. Dennoch behalten die "Bücher" die Hoheit über ihre Geschichten, setzen Grenzen, indem sie Fragen offenlassen, wenn es zu persönlich wird. Gerade lokale Dialogprojekte wie eine Lebendige Bibliothek bieten die Möglichkeit, auch Lebensgeschichten und Erfahrungen einzubeziehen, die im öffentlichen Erinnern weniger präsent sind.
Prinzipiell kommt zunächst jeder Mensch, der gerne erzählt, als "Buch" in Frage. Der Austausch kann für alle Beteiligten eine bereichernde Erfahrung sein. Oft berichten "Bücher" von der positiven Erfahrung, wenn andere Menschen sich für ihre Geschichte interessieren, auch wenn die Geschichten und Erfahrungen nicht immer nur positiv, sondern womöglich schmerzhaft sein mögen. Die Lebendige Bibliothek ermöglicht kurze und intensive Gespräche, die aufgrund des persönlichen Kontakts zu einer prägenden Erfahrung werden können. Benötigt wird vor allem eine angenehme Umgebung, die einen sicheren Rahmen der Begegnungen schafft.
Die Lebendige Bibliothek sollte in einem informellen Rahmen stattfinden, in dem sich alle beteiligten Personen wohl fühlen. Zur Vorbereitung wird ein ganzer Tag empfohlen, in dem die jeweiligen Erwartungen formuliert und im besten Fall gemeinsame Ziele gefunden werden können. Am Vorbereitungstag können sich die beteiligten "Bücher" sowohl gegenseitig als auch die Organisator/-innen kennenlernen.
Die Lebendige Bibliothek sollte in einem informellen Rahmen stattfinden, in dem sich alle beteiligten Personen wohl fühlen. Zur Vorbereitung wird ein ganzer Tag empfohlen, in dem die jeweiligen Erwartungen formuliert und im besten Fall gemeinsame Ziele gefunden werden können. Am Vorbereitungstag können sich die beteiligten "Bücher" sowohl gegenseitig als auch die Organisator/-innen kennenlernen.
Ziele
Ziel des Projekts ist es, Jugendliche und Erwachsene miteinander ins Gespräch zu bringen und die Auseinandersetzung mit Fluchterfahrungen und anderen schwierig zu verarbeitenden Geschichten von Menschen in ihrer Nachbarschaft anzuregen. Gewünscht ist der Dialog zwischen Menschen, die sich sonst nicht begegnen würden. Durch das Kennenlernen persönlicher Lebensgeschichten werden die jeweils eigenen Perspektiven erweitert und gleichzeitig wird für gesellschaftspolitische Ereignisse in der eigenen Nachbarschaft sensibilisiert. Alle Beteiligten bekommen durch die persönlichen Geschichten ein besseres Verständnis für geschichtliche Zusammenhänge, was wiederum der Bildung von Vorurteilen und Stereotypen vorbeugt.
Mehrwert für den Verein
Eine Lebendige Bibliothek bietet die Chance einer persönlichen Begegnung und des Dialogs.
Als offene Veranstaltung angelegt, lädt das Format Besucher/-innen ein, ihrer Neugier zu folgen und das Gespräch zu suchen. Das Format der Lebendigen Bibliothek ist geeignet, vielfältige Perspektiven und verschiedene zeithistorische Kontexte einzubinden. So können in eine Veranstaltung Lebensgeschichten und Biografien von Menschen aus verschiedenen Herkunftsregionen eingebracht werden. Auf die Vereinsarbeit wirkt sich die Lebendige Bibliothek partizipationsstärkend aus und fördern den Zusammenhalt zwischen unterschiedlichen Generationen und Mitgliedern des Vereins.
Als offene Veranstaltung angelegt, lädt das Format Besucher/-innen ein, ihrer Neugier zu folgen und das Gespräch zu suchen. Das Format der Lebendigen Bibliothek ist geeignet, vielfältige Perspektiven und verschiedene zeithistorische Kontexte einzubinden. So können in eine Veranstaltung Lebensgeschichten und Biografien von Menschen aus verschiedenen Herkunftsregionen eingebracht werden. Auf die Vereinsarbeit wirkt sich die Lebendige Bibliothek partizipationsstärkend aus und fördern den Zusammenhalt zwischen unterschiedlichen Generationen und Mitgliedern des Vereins.
Wie funktioniert die Lebendige Bibliothek?
Ein "Buch" kann gleichzeitig von mehreren Leser/-innen (aber nicht mehr als vier) gelesen werden. Wichtig ist jedoch, die persönliche und direkte Kommunikation als Hauptziel dieser Begegnung im Blick zu haben. Die "Leser/-innen" und "Bücher" haben etwa 30 Minuten miteinander, um in einen persönlichen Dialog zu treten. Dies wird schwieriger, je größer die Lesegruppe wird. Aus diesem Grund eignet sich ein Vieraugengespräch am besten für einen Dialog.
Damit die Lebendige Bibliothek funktioniert, müssen verschiedene Rollen besetzt werden. Klarheit schafft Orientierung und sorgt für einen reibungslosen Ablauf: Idealerweise sind alle, die an der Organisation der Lebendigen Bibliothek beteiligt sind, klar erkennbar – durch ein T-Shirt, Namensschild oder ähnliches.
Vorbereitungstreffen
Für das Vorbereitungstreffen sollten 5-6 Stunden (plus Pausen) eingeplant werden. Auf dem Treffen sollten zunächst die Erwartungshaltungen formuliert werden sowie die Möglichkeiten und Grenzen des Formats thematisiert werden. Im Fokus der Vorbereitung steht das gegenseitige Kennenlernen der "Bücher" und ihrer Biografien. Hierzu eignen sich verschiedene Methoden der Jugend- und Erwachsenenbildung, die eine angenehme Gruppenatmosphäre herstellen können . Zusammen mit den Organisator/-innen sollten zudem gemeinsame Ziele erarbeitet werden und die Bibliotheksregeln diskutiert und bei Bedarf angepasst werden.
Durchführung
Die "Bücher"
Sie sind der wichtigste Bestandteil der Lebendigen Bibliothek. Sie bringen sich mit ihren Geschichten in die Veranstaltung ein und laden zum Gespräch. Die Auswahl der "Bücher" ist entscheidend für den Erfolg der Veranstaltung: je vielfältiger, desto besser. Die "Lebendigen Bücher" werden im Vorfeld der Veranstaltung intensiv auf ihre Rolle vorbereitet. Alles, was sie mitbringen müssen, ist die Bereitschaft, ihre Erfahrungen mit anderen zu teilen.Die "Bibliothekar/-innen"
Sie heißen die "Leser/-innen" am Empfang willkommen und helfen ihnen, das Konzept der Lebendigen Bibliothek zu verstehen. Sie schaffen Orientierung und sorgen dafür, dass die Besucher/-innen die Nutzungsregeln kennen und verstehen. Sie wissen, welches "Buch" gerade im Gespräch ist und welches nicht. Sie überblicken den Bücherkatalog – also die Gesamtschau aller "Bücher" – und können in einem kurzen Vorgespräch jeder "Leser/-in" ein "Buch" empfehlen. Sie schaffen es, die Vorzüge und interessanten Aspekte eines jeden Buches der Lebendigen Bibliothek auf den Punkt zu bringen. Idealerweise arbeiten die "Bibliothekar/-innen" am Anmeldetresen zu zweit.Die "Koordinator/-innen"
Sie sind verantwortlich für die gesamte Planung und Durchführung einer Lebendigen Bibliothek. Sie wählen im Vorfeld die "Bücher" aus und bereiten sie auf ihre Aufgabe
vor. Das Team der "Koordinator/-innen" besteht idealerweise aus mindestens 3 Personen und wird am Tag der Veranstaltung durch mehrere Freiwillige unterstützt.Die "Wörterbücher"
Sie begleiten die "Bücher" und übernehmen die Übersetzung, wenn "Leser/-innen" und "Bücher" keine gemeinsame Sprache finden. Die "Wörterbücher" benötigen eine gezielte Vorbereitung. Sie müssen nicht professionell dolmetschen können, sollten aber in der Lage sein, konsekutiv – d.h. abschnittweise nach mehreren Sätzen – zu übersetzen, ohne dabei eigene Anmerkungen oder Interpretationen einfließen zu lassen. Wichtig ist, dass sie immer in der ersten Person Singular übersetzen, ganz so wie das "Buch" seine Geschichte erzählt.
Nachbereitung
Im Anschluss an die Veranstaltung ist es sinnvoll, bei einem abschließenden Treffen gemeinsam über das Projekt zu sprechen und sowohl positive wie negative Aspekte zu behandeln. Hier könnten sich Wünsche nach weiterem Kontakt oder weiterem Wissen in Form von Literaturempfehlungen ergeben.
Herausforderungen / Worauf ist zu achten ?
Dialog
Wichtig ist, darauf zu achten, dass die "Bücher" entscheiden, worüber sie erzählen möchten. Die "Bücher" sollen keine fertige Geschichte abliefern. Vielmehr stehen der Dialog und das gegenseitige Interesse im Vordergrund. Sowohl die "Bücher" als auch ihre "Leser/-innen" können das jeweilige Gespräch vorzeitig beenden.
Themenauswahl
Es sollte darauf geachtet werden, Themen und Fragen so zu wählen, dass alle Teilnehmenden die Chance haben, etwas beizutragen.
Die Organisator/-innen müssen besonders sensibel darauf achten, dass die "Bücher" ihre eigenen Grenzen nicht überschreiten und bei grenzüberschreitenden Fragen oder Dialogen einschreiten.
Die Organisator/-innen müssen besonders sensibel darauf achten, dass die "Bücher" ihre eigenen Grenzen nicht überschreiten und bei grenzüberschreitenden Fragen oder Dialogen einschreiten.
Kontakt
Anne Frank Zentrum
Mail: zentrum@annefrank.de
Mail: zentrum@annefrank.de