Programm für bürgerschaftliches Engagement und demokratisches Handeln

NAH DRAN:DIGITAL 2021 - Workshops und Expertengespräche

Hier bieten wir Ihnen eine Übersicht der auf der digitalen Fachtagung angebotenen Online-Formate.

Banner NahDran:digital 2021
NAH DRAN:digital 2021



NR.1: Workshop | #WhatTheHope – Kollaborative Entwicklung hoffnungsvoller Narrative
In dem Workshop wird ein Bildungsformat zur Entwicklung von alternativen Narrativen vorgestellt und gemeinsam ausprobiert.
Das von dem Projekt DisKursLab entwickelte 2-tägige Format (digital und analog möglich) zielt auf die partizipative Entwicklung von Gegenerzählungen zu aktuellen demokratiefeindlichen und diskriminierenden Narrativen mit Hilfe der design thinking Methode. Mit kreativen Methoden werden die Narrative bildlich reduziert und mit medienpädagogischer Praxis in digitale Prototypen übersetzt zur Anwendung zum Beispiel in den sozialen Medien (Memes, gifs, sticker, Videos).
Der Workshop gibt einen Einblick in die design thinking Methodik zur Generierung neuer Ideen und probiert mit den Teilnehmenden exemplarische Schritte des Formats aus.

Referent:in: Kristina Herbst, Politikwissenschaftlerin, Projektleitung „DisKursLab – Labor für antisemitismus- und rassismuskritische Bildung & Praxis“ der Ev. Akademie zu Berlin


NR.2: Workshop | Äußere Umstände und innere Zustände – Verschwörungstheoretiker oder Verschwörungsleugner? Das etwas andere Training zur Steigerung der Immunabwehr
Für uns alle waren die letzten anderthalb Jahre durch bis dato beispiellose Einschränkungen des öffentlichen Lebens geprägt - eine für unsere Demokratie in jeder Hinsicht einzigartige Erfahrung. Viele Menschen durchleben starke Gefühle von Angst, Ohnmacht, Wut und Aggression. Diese Emotionen wurden und werden durch Politik und Medien genutzt und gleichzeitig genährt. Ich möchte einen Raum öffnen, in dem wir uns als Menschen begegnen. Wir werden uns folgende Fragen zu stellen: Wie erfahre ich die aktuelle Situation? Wie erfahren mir nahestehende Personen die aktuelle Situation? In welchen Räumen bewegen wir uns? Welche Emotionen beobachte ich in meiner Umgebung und wie reagiere ich darauf? Wie kann ich diese konstruktiv nutzen? Wenn es wirklich stimmt, dass jede Krise eine Chance beinhaltet – und ich behaupte nicht, daß es stimmt - können wir dann die aktuelle Krise nutzen, um uns als Individuum und als Gesellschaft weiterzuentwickeln und uns mit gestärktem Immunsystem den weiteren Herausforderungen, die mit Sicherheit nach der Krise auf uns warten, stellen?

Referent:in: Stefanie Hanke, Studium der Diplom-Soziologie /Systemtheorie in Bielefeld, Promotion in Politik, Soziologie und Ethnologie in Mainz und Bordeaux. Mehr als 10 Jahre Auslandsaufenthalte für eine politische Stiftung, langjährige Tätigkeiten in der politischen Jugendarbeit, Tätigkeiten für Ministerien und Organisationen in der Entwicklungszusammenarbeit.


NR.3: Workshop | Blended Learning mittels Lernplattform Vom Konzept bis zur fertigen Modulstrecke
In diesem Workshop schauen wir hinter die Kulissen einer Lernplattform: Wie erstelle ich Onlineinhalte? Was sehen die Teilnehmenden am Ende?
Gegen Vergessen – Für Demokratie e.V. unterstützt als begleitende Maßnahme bundesweit Vereine und Verbände bei der Umsetzung ihrer Ausbildungen von Demokratieförder:innen im Rahmen von Z:T - von der Entwicklung der einzelnen spezifischen Curricula bis zur Umsetzung vor Ort und online.
Im Workshop entdecken wir zusammen, was es braucht, um ein gutes Blended Learning Format für die Ausbildung im eigenen Projekt zu erstellen und was das Lernportal „Demokratie erleben – online!“ bietet. Erfahrungsberichte von bisherigen Durchgängen fließen ein und es gibt Raum, um sich projektübergreifend auszutauschen.

Referent:in: Ann Rogalski (Friedens- und Konfliktforschung, M.A.) arbeitet als wissenschaftliche Referentin im Verein Gegen Vergessen – Für Demokratie e.V. in Berlin, der in bundesweiten Projekten zur Demokratieförderung und Erinnerungsarbeit aktiv ist. Als Projektleitung der Blended Learning Qualifizierungen für Z:T-Träger berät sie zur zielgruppenspezifischen Gestaltung und medienpädagogischen Umsetzung digitaler Lernformate in der politischen Bildung


NR.4: Workshop | Im Gespräch bleiben trotz kontroverser Positionen. Strategien für den Umgang mit Meinungsvielfalt, Kontroversität und Widersprüchen im (Berufs)Alltag
Meinungsvielfalt ist ein grundlegendes demokratisches Prinzip. Einerseits können Meinungspluralität, Multiperspektivität und eine wertschätzende Streitkultur zur Klärung des eigenen Standpunktes, zur eigenen Horizonterweiterung und zu konstruktiven Aushandlungsprozessen beitragen. Andererseits entladen sich bei kontroversen, oft hoch emotional besetzten Themen häufig gesellschaftliche Widerspruchsverhältnisse, soziale Ungleichheit und Unsicherheiten. Dadurch ist es in unserem privaten wie auch Berufsalltag nicht immer leicht, kontroverse Diskussionen als selbstverständlichen Teil eines konstruktiven Miteinanders zu gestalten.
Mit diesem Workshop möchte ich einladen zu einer gemeinsamen Reflexion, interaktiven Übungen und der Aneignung einer Grundorientierung im Menschenrechtsbezug.

Referent:in: Angela Khosla-Baryalei, Projekt des Hessischen Kultusministeriums „Gewaltprävention und Demokratielernen“ (GuD), Migrationssozialarbeiterin, Lehrerin in Deutschland und Frankreich, Diversity-Trainerin (EWDV Berlin), BETZAVTA-Trainerin (CAP München/GSI), Fortbildnerin in den Feldern Migrationspädagogik, Diskriminierungs- und Rassismuskritik, Diversity



NR.5: Workshop | Haltung zeigen? Mit Vereins-Leitbildern!
Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, wie (Sport-)Vereine ihre eigenen Werte klären können. Ein lohnenswerter Ansatz besteht darin, (Sport-)Vereine bei der Erstellung eigener Leitbilder zu unterstützen. Die Z:T-Projekte des Landessportbundes Thüringen e.V. und der Sportjugend Hessen werden in diesem Workshop ihre Erfahrungen teilen und zwei methodische Wege aufzeigen, wie die Erstellung von Leitbildern gelingen kann. Darüber hinaus wird anschaulich dargelegt, welche Wirkungen es in den begleiteten Vereinen gab und welche Schlussfolgerungen sich daraus für die Arbeit des Bundesprogramms ergeben. Komplettiert wird der Workshop durch die Perspektiven von Christian Kökow, Vorsitzender des 1. Sonneberger Volleyballclub 2004 e.V. (1. SVC 2004 e.V.), sowie von Kristina Nauditt vom „Argo-Team“ aus Berlin. Das Argo-Team gestaltete den Prozess zur Erarbeitung des Leitbildes des 1. SVC 2004 e.V., der für alle Vereinsmitglieder ein Gewinn war.

Referent:innen:
Aenne Kürschner studierte in Potsdam Diplom-Politikwissenschaften und ist seit 2008 beim Landessportbund Thüringen e.V. tätig. Seit 2011 leitet sie das Projekt „Sport zeigt Gesicht!“, das zu einem demokratischen Miteinander im Sport beiträgt. Hierbei setzt sie vielfältige politische Bildungsformate um und berät und begleitet darüber hinaus Sportvereine und -verbände in Veränderungsprozessen.

Nico Mikulic ist Sportwissenschaftler M.A. und seit 2017 als Projektleiter des Projekts DemoS! in der Sportjugend Hessen tätig. Zuvor war er in verschiedenen Projekten zur Verknüpfung von Geflüchteten mit Sportvereinen aktiv. Als bundesweit tätiger politischer Bildner begleitet und berät er zudem Sportverbände und -vereine im Kontext der Demokratiebildung.


NR.6: Workshop | Online-Training für digitale Zivilcourage
Wo beginnt Digitalcourage? Welche Möglichkeiten bieten sich, Digitalcourage auszuüben? Welche Strategien gibt es auf Hate-Speech zu reagieren?
In diesem Workshop greifen wir konkrete Beispiele auf, mit denen sich Akteure der Zivilgesellschaft konfrontiert sehen. Wir beantworten und bearbeiten mit den Teilnehmenden spezifische Fragestellungen. Ziel ist eine Sensibilisierung zu bewirken und die Teilnehmenden in Ihrer Rolle als Multiplikator*innen zu stärken sowie ihnen Handlungsfähigkeit zu ermöglichen. Der Kern unseres Trainings ist unser Online Portal. Dieses bietet den Teilnehmenden die Möglichkeit:
  • theoretisch diskutierte Phänomene praktisch zu erleben und zu bearbeiten
  • mittels eines Rollenspiels die zentralen Dynamiken und Mechanismen einer Hassinteraktion besser zu verstehen
  • wirksame Strategien gegen Hass im Netz zu lernen und zu reflektieren
  • gemeinsam hilfreiche Vorgehensweisen zu entwickeln.


Referent:in: Martin Kühnemund, ehemals Projektmanager im Bereich IT-Sicherheit und Digitalisierung. Seit zwei Jahren ist er als Bildungsreferent bei „LOVE-Storm: Gemeinsam gegen Hass im Netz“ im Bereich Konzepterstellung von Trainingsformaten und Organisationsentwicklung tätig und insgesamt seit acht Jahren in der digitalen politischen Bildungsarbeit unterwegs.


NR.7: Workshop | „Demokratie dies das...“ - Teilhabemöglichkeiten, Niedrigschwelligkeit und Flexibilität im Einsatz (gesellschafts-)politischer Bildungsformate
Die beste Absicht, die lehrreichsten Methoden und doch: die Bildungserfahrung lässt sich nur bedingt greifen. Wie kann es gelingen heterogene Zielgruppen gleichermaßen zu empowern, für die eigenen Kompetenzen zu sensibilisieren bzw. zu fördern und - im Sinne eigener gesellschaftspolitischer Anliegen - zu aktivieren? In dem interaktiven Workshop „Demokratie dies das“, soll es - neben einer kompakten methodischen Implikation - primär um die eigene Haltung im jeweiligen Arbeitsfeld gehen und der Frage nach einer notwendigen Flexibilität in der Arbeit mit jungen Menschen nachgegangen werden. Zeichnen sich gelegentlich in der Projektarbeit vielleicht Erfolge ab, die aufgrund einer divergierenden Erwartungshaltung zunächst unerkannt bleiben? Und wie lässt sich ein Bildungsansatz gestalten, der differenziert geplant ist und gleichermaßen flexibel auf die Bedürfnisse der Teilnehmer*innen eingeht. In diesem Kontext soll insbesondere der Aspekt der „Niedrigschwelligkeit“ thematisiert und als gewinnbringende Ressource ins Licht gerückt werden.“ Im Rahmen der Veranstaltung „Demokratie dies das“, möchten wir uns außerdem gerne über mögliche Trennlinien in Projekten zur politischen Bildung im eigentlichen Sinne und Projekten zur grundlegenden Demokratieförderung austauschen. Bestehen überhaupt Unterschiede und wenn ja, woran können diese vor allem für Teilnehmer*innen deutlich gemacht werden?

Referent:in: Mohamed Ali Saidi aka Coco engagiert sich seit über zehn Jahren im Bereich der außerschulischen (politischen-)Bildungsarbeit. Er ist zertifizierter politischer Bildner und als freiberuflicher Bildungsreferent sowie Dozent u. a. für den AdB in Berlin, ViA Ruhr in Bochum und das Technische Hilfswerk in NRW tätig. Neben seiner hauptberuflichen Tätigkeit, arbeitet er zudem ehrenamtlich als Vorstandsvorsitzender der Arbeitsgemeinschaft „Migration und Vielfalt“ bei der sozialdemokratichen Partei in Bochum an Inhalten zu Toleranz und Diversitymanagement. In der Arbeit mit Jugendlichen und Erwachsenen konzipiert er Schulungen und Seminarkonzepte zu aktuellen gesellschaftspolitischen Themenschwerpunkten. Bei den Teilnehmer*innen Begeisterungsfähigkeit zu wecken, ihnen Möglichkeiten der Teilhabe aufzuzeigen und sie bei der Umsetzung ihrer eigenen Anliegen zu begleiten und zu unterstützen ist ihm in seiner Arbeit besonders wichtig. Sein Herzensanliegen : „Menschen beim Ergründen und Entfalten ihrer Potentiale zu unterstützen!“


NR.8: Workshop | Fake News entdecken. Über die Arbeit von Correctiv
Fake News, Desinformation, Falschinformation oder Verschwörungsmythen? In diesem Workshop lernen die Teilnehmenden, die Unterschiede zu erkennen und Informationen richtig einzuordnen. Uschi Jonas zeigt, warum Desinformation so problematisch ist und wie CORRECTIV und das CORRECTIV.Faktencheck-Team recherchieren und arbeiten. Auch wird erklärt, was jeder Einzelne gegen Desinformation tun und sich und andere dafür sensibilisieren kann. Anhand von Praxisbeispielen wird gemeinsam geübt, wie jeder Falschnachrichten entlarven kann. Am Ende bleibt noch Zeit für eine Diskussions- und Fragerunde.

Referent:in: Uschi Jonas, seit Juni 2020 Faktencheckerin bei CORRECTIV. Journalistin seit 2015. Zunächst Volontärin bei FOCUS Online im Lokalressort, danach Social-Media- und Konstruktiv-Redakteurin bei der HuffPost Deutschland und Konstruktiv-Redakteurin bei FOCUS Online. Ihre Schwerpunktthemen: Klima, Nachhaltigkeit, konstruktiver Journalismus, Desinformation


NR.9: Expertengespräch | Rassismus und Rechtsextremismus in der Polizei
Rassismus und Rechtsextremismus als Probleme der Polizei haben in der jüngeren Vergangenheit äußerst intensiv die öffentliche Debatte beschäftigt. Nicht nur vor dem Hintergrund der Geschehnisse und Diskussionen in den USA, sondern auch angesichts zahlreicher Schilderungen von Betroffenen in Deutschland ist augenfällig geworden, dass die Organisation Polizei in der Migrationsgesellschaft vor besonderen Problemen und Herausforderungen steht, denen sie bislang nur wenig begegnet und kaum gewachsen ist. Dies spiegelt sich auch darin wider, dass wissenschaftliche Forschung zum Thema bislang nur in Ansätzen vorhanden ist. Das Expertengespräch bietet eine Einführung und Bestandsaufnahme als Grundlage für die gemeinsame Diskussion.

Referent:in: Tobias Singelnstein ist Inhaber des Lehrstuhls für Kriminologie an der Juristischen Fakultät der Ruhr Universität Bochum (RUB) und zudem kooptiertes Mitglied der Fakultät für Sozialwissenschaft der RUB. Seine Arbeitsschwerpunkte liegen in der Kriminologie (u.a. soziale Kontrolle und Gesellschaft, Polizei und Justiz, Sicherheitsforschung) sowie im Strafrecht und Strafprozessrecht (u.a. Amtsdelikte, Ermittlungsmaßnahmen und Beweisrecht, Digitalisierung und Datenverarbeitung im Strafverfahren). Zudem leitet er seit 2018 den weiterbildenden Masterstudiengang „Kriminologie, Kriminalistik und Polizeiwissenschaft“ an der RUB.


NR.10: Expertengespräch | Rechtspopulismus und Zivilgesellschaft – Zwischenbilanz einer Landvermessung
Der Vortrag adressiert das Reiz-Reaktions-Schema zwischen der organisierten Zivilgesellschaft und rechten politischen Dynamiken. Auf der Basis einer
empirischen Befragung von ca. 1.000 Teilnehmenden (Verbandsakteure aus den Bereichen Gewerkschaften, Kirchen, Wohlfahrtsverbänden, Kultureinrichtungen, Sport, Schützen, Feuerwehr) und einer Aufbereitung des bestehenden Forschungs- und Diskussionsstandes liefert der Vortrag erste Antworten auf folgende Fragen: Wie relevant sind konkrete rechte Aktivitäten in den verschiedenen zivilgesellschaftlichen Bereichen? Wie haben sich entsprechende Phänomene entwickelt? Mit welchen Herausforderungen und Schwierigkeiten sehen sich zivilgesellschaftliche Akteure im Umgang mit rechten Aktivitäten konfrontiert? Gibt es spezifische Reaktionsmuster oder Gegenstrategien? Wo bestehe Unterstützungspotenziale? Die Erkenntnisse können in der Auseinandersetzung mit rechten Haltungen und im Einsatz für ein demokratisches und solidarisches Miteinander unterstützen und damit die Resilienz der Zivilgesellschaft fördern.

Referent:in: Prof. Dr. Wolfgang Schroeder ist Professor an der Universität Kassel und leitet dort seit 2006 das Fachgebiet „Politisches System der BRD-Staatlichkeit im Wandel“. Von 2009-2014 war er Staatssekretär im Ministerium für Arbeit, Soziales, Frauen und Familie des Landes Brandenburg. Seit 2016 ist er Fellow am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung und forscht in der Abteilung Demokratie und Demokratisierung.